Die statische Investitionsrechnung



Bei der Durchführung von Investitionen können theoretisch vier Phasen unterschieden werden

Phase 1: Erkennen der Notwendigkeit einer Investition

Phase 2: Analyse der vorhanden Investitionsalternativen

Phase 3: Aufbereitung von Vorschlägen zu Investitionsentschädigung

Phase 4: Entscheidung für ein bestimmtes Investitionsobjekt

-> hier kommt Investitionsrechnung zur Anwendung

Dies sind Hilfsmittel der Investitionsplanung und dienen zum Vergleich der Investitionsalternativen (Vergleich von Kosten, Ertrags, Gewinn oder zeitliche Aspekte). 

Berechnungen sind anzustellen, wenn geplante Investitionen gegenüber einer bestehenden Anlage Kosten-, oder Gewinnvorteile aufweist


Arten von Investitionsrechnung

Statische Investitionsrechnungen werden unter der Vorraussetzung erstellt, dass die Kosten und Gewinne während des Investitionszeitraums konstant bleiben. 
Die Vorteilhaftigkeit einer Investition -> in der Wirtschaftspraxis werden mehrere Verfahren der statischen Investitionsrechnung angewandt.


Kostenvergleichsrechnung

  • Vergleich der Kosten einer alten mit denen einer neuen Anlage
  • Entscheidung für die alternative mit den niedrigsten Kosten
  • Grundlage des Vergleichs sind die Gesamtkosten der Investitionsobjekte -> unterschied zwischen fixe und variable Kosten
  • Neuanlagen höherer Automatisierungsgrad -> fixkosten höher, variable kosten niedriger
  • Gesamtkostenkurver der Neuanlage flacher, wegen Fixkosten auf höherem Niveau
-kritische Menge (Grenzmenge) ist bei dem Beschäftigungsgrad erreicht, bei dem Gesamtkosten beider Anlagen gleich hoch sind
  • vor kritische Menge: Altanlage günstiger, danach Neuinvestition kostengünstiger -> Beschäftigungsgrad spielt also Hauptrolle
  • weitere Entscheidungsfindung: Wie weit ist eine Altanlage abgeschrieben (sofern Vollabschreibung noch nicht erreicht -> kalkulatorischer Restwert -> Fixkosten)
 => abzudecken durch die Kostenvorteile der Neuanlage
  • hoher Restwert -> Rationalisierungshindernis


Gewinnvergleichsrechnung

  • Vergleich des Gewinns einer alten Anlage mit dem geschätzten Gewinn einer Neuanlage
  • Entscheidung für die Alternative mit dem maximalen Gewinn
  • hier werden auch die Erträge mit einbezogen (Gewinn = differenz zwischen Erträgen und Kosten)
  • beste Anlage ist die, die in der jeweiligen Periode die geilsten Gewinne abwirft


Rentabilitätsvergleichsrechnung

  • Vergleich einer alten mit einer neuen Anlage in Bezug auf das Verhältnis von Gewinn und Kapitaleinsatz
  • Entscheidung für die Alternative mit der maximalen Rentabilität
  • berücksichtigt nicht nur die Kosten und Erträge, sondern auch investiertes Kapital
  • aussagefähiger als die vorherigen Investitionsrechnungen
  • stellt fest, wie hoch sich das im Produktionspreozess eingesetzte Kapital alternativer Anlagen im Jahresdurschnictt verzinst
  • Kapital (K) gleich 100%, der in der betreffenden Periode zu erzielende Gewinn (G) x %
  • Formel= R = G * 100 / K
  • G = zusätzlichen Gewinn, den eine Investition verursacht
  • K = durschnittlicher Kapitaleinsatz -> erforder Investition -> bei abnutzbaren Anlagevermögen mit dem halben Anschaffungswert angesetzt

(Gewinn + Zinsen)*100/Anschaffungskosten


Amortisationsrechnung

  • Vergleich einer alten mit einer neuen Anlage in Bezug auf die Zeitspanne, in der das investierte Kapital in Form von Abschreibungen wieder ins Unternehmen zurückfließen
  • Entscheidung für die Alternative mit der kürzesten Rückflusszeit
  • Ermittelt Zeitspanne, innerhalb der ein bestimmter kapitaleinsatz bei einer Investition über Verkaufserlöse wieder ins Unternehmen zurückfließt (Wiedergewinnungs- und Amortisationszeit)
  • Kapitalrückflussrechnung (Pay-back oder Pay-off Methode)


Ermittlung des Kapitaleinsatz

Anschaffungswert einer Anlage + sämtliche Anschaffungsnebenkosten
 – Rest – oder Schrottwert am Ende der Nutzungszeit

= Kapitaleinsatz


Amortisationszeit:

tw= Kapitaleinsatz / durchschnittlericher Rückfluss (=Gewinn + Abschreibungen)

Anschaffungskosten/Jahresgewinn

durchschnittliche Rückfluss

= Summe aus durchschnittlichem jährlichem Gewinn und der jährlichen Abschreibung (linear)


  • abschätzung des Risikos
  • umso schneller daas eingesetzte Kapital zurückfließt, desto geringer das Risiko


Beurteilung der statischen Investitionsrechnungsverfahren

  • Anlagen werden nach unterschiedlichen Kriterien miteinander vergleichen allerdings ohne Zeitfaktor/Veränderungen
  • statische Investitionsrechnungen eignen sich für Investitionsentscheidungen die auf unsicherem Datenmaterial beruhen
  • Hauptvorteil: leichte Anwendbarkeit, schnelle Durchführbarkeit
  • häufig in kleinen und mittelständischen Unternehmen zu finden
  • Aussagefähigkeit begrenzt, da Kosten und Erträge in zukünftiger Entwicklung nicht mit einbezogen werden

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